Retrospektiv vergleicht das Froilein das Jahr 2016 gerne mit dem Glas Wasser auf dem Tisch, welches man versehentlich umstösst und sich dabei denkt: Verdammt schade. In genau sieben Tagen wird 2016 ad acta gelegt und "unter ferner liefen" irgendwo weit hinten in der Weltbibliothek unauffindbar verstaut werden. Aus den Augen, aus dem Sinn, so die Verdrängstrategie. Nein, es ist nicht... Continue Reading →
In den Kleidern meines Bruders
Neulich im Kinderbekleidungsgeschäft Den Kindergrössen ist das Froilein längst entwachsen. Auch wenn in emotionaler Hinsicht immer noch Entwicklungsbedarf bestehen mag, darf es mit Stolz verkünden: Das Froilein trägt Erwachsenenklamotten. Folglich und weil es keine eigenen Kinder hat, ist es äusserst selten in Kinderbekleidungsgeschäften anzutreffen. Dennoch kam das Froilein erst kürzlich nicht drum herum. Ein neuer... Continue Reading →
Die Leichtigkeit im Sein
Gestern sah ich dich auf der Wiese vor meinem Haus sitzen. Keine zwei Meter von mir entfernt. Erhaben über alles, zwischen sturmgeknickten Ähren schimmerte dein Federkleid im Licht der untergehenden Herbstsonne. Es schien beinahe, als hättest du dir ein goldenes Gewand übergeworfen, um mich in diesem Moment von deiner leuchtenden Stille zu überzeugen. Und während... Continue Reading →
Ein Appell oder wie sag ich’s mit einfachen Worten
Obwohl mir politisieren nicht liegt, will ich heute Partei ergreifen. Mag mir die Fähigkeit zu polemischem «Geschnorre» auch völlig abgehen und ich inzwischen viel zu oft auf Göschenen-Airolo stelle (unterdessen Erstfeld-Biasca), wenn sich Politgrössen auf Bühnen profilieren, die einfache Arbeiter für sie errichtet haben, mag es mir an schlagkräftigen Argumenten fehlen, die meine Ansicht ins... Continue Reading →
Durchwacht
Verfangen in den Ästen einer Birke kokettierst du mit der Dunkelheit wirfst lange Schatten in die Nacht vergeblich versuche ich dich zu befreien Doch sachte löst du dich Ganz selbst aus der Umarmung Auch diese Nacht, wie die zuvor und die, die folgt Entschwindest aus den Augenwinkeln Schleichst dich davon Kein Berg bleibt ungeküsst mein... Continue Reading →
Im Vertrauen
Manchmal frage ich mich, wann die Menschen unserer Gesellschaft damit aufgehört haben, anderen Menschen zu vertrauen, auf das Können einer anderen Person zu setzen, gegebenenfalls von diesem Können zu lernen, anstatt dieses ständig in Frage zu stellen? Wann wurde die Parole «Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser» zu unserem Lebenscredo? Wann haben wir uns dafür entschieden,... Continue Reading →
Nichts als die Wahrheit
Die wohl am häufigsten gestellte Frage Autorinnen und Autoren gegenüber: «ist der Text autobiographisch?» Die Antwort ist weder Ja noch Nein. Sie ist viel komplexer und Schreibende wollen diese Frage nicht gestellt bekommen. Nicht etwa, weil ihnen die Komplexität ein Gräuel ist, wohl eher, weil man einen Politiker ja auch nicht danach fragt, ob er stets die... Continue Reading →
Generation «wisch und weg»
Neulich in einer Gesprächsrunde Ein Schauspiel in einem Akt: Person A (entrüstet): «Ohh, m-e-i-n Gott!» Person B (empörter): «Unglaublich!» Person A: «Stell dir vor du hast ’ne Autopanne irgendwo im Nirgendwo und dann das? Du könntest n-i-e-m-a-n-d-e-n erreichen.» Ich (überzeugt): «Ach, kommt jetzt, das kann echt nicht euer Ernst sein, oder? Das Ding sichert keineswegs... Continue Reading →
Literarische Arbeit
Das Froilein arbeitet wieder mal an 3SatzGeschichten. Manchmal wird stundenlang an den Sätzen herumgespielt, gestrichen, umgestellt und wieder neu geschrieben und manchmal steht eine 3-Satz-Geschichte innerhalb weniger Minuten, weil ein Wort einfach das andere ergab. Einfach und schwierig zu gleichen Teilen: Die Zerstörung Weiss wie eine unberührte Leinwand kommt sie daher und erfüllt mich mit... Continue Reading →
Verletzter Ozean
Das Froilein ist die Tage ein bisschen melancholisch gestimmt. Dieser Zustand verleitet sie in der Regel zum Verfassen von lyrischen Texten. Wer sich das nicht antun will, sei beruhigt. Das Froilein produziert auch anderes. Ein Wort von Ein Gedanke an Ein Bild im Eine Erinnerung um Verdrängtes An der Oberfläche Aufgewühlt und ausgeliefert Hin- und... Continue Reading →