Sie spaltet mich. Die Angelegenheit spaltet mich in gefühlte 27'000 Stücke. Stücke, die sich miteinander und gegeneinander verschwören, weil sie sich nicht einig sind. Am Frauenstreiktag 2019 betrachte ich ein Individuum im Spiegel und sehe eine (zwie-)gespaltene Persönlichkeit. Mich. Eine Frau des 21. Jahrhunderts, die versucht Worte wie «Gleichstellung» oder «Gender-Gap» rational zu betrachten und... Continue Reading →
Alles ausser Liebe
Hin und wieder wird das Froilein darum gebeten, etwas über die Liebe zu schreiben. Ebenso oft, wie es darum gebeten wird, schlägt das Froilein den Wunsch nach Texten und Geschichten über die Liebe aus. Warum? «Liebe», geschätzte Leserschaft, ist ein derart grosser, mächtiger und angsteinflössender Überbegriff, einer, der in so viele Nuancen zu unterteilen ist,... Continue Reading →
da capo al fine
Gleichwohl trotze ich den Stürmen meiner Tage halte ein halte aus halte durch einzig und allein dieses einen Fussabdrucks willen mich nicht unsterblich machend bisweilen menschlich
Des Lebens Andante
Ich hangle mich entlang den Linien im Wechselspiel von Moll und Dur stets bestrebt zu schaffen einen Raum für Zwischentöne In diesem Raum nur will ich verweilen darauf warten dass einer unter ihnen meine Seele aufbricht und zum Klingen bringt So hangle ich mich weiter Solistin zum gleichen Teil auch Instrument den Zwischentönen folgend letzten... Continue Reading →
Der Überrest
Ich kremple nach aussen mein Innerstes es zaghaft wieder überstülpend wie ein neu erworbenes Kleid zieh zurecht was zurecht zu ziehen gilt stets versucht es sorgsam zu behandeln. Der Alltag tut sein übriges nutzt ab nutzt aus bis irgendwann nicht aufzuhalten das Ende naht entbehrlich bleibt allein der letzte Fetzen Seele.
Im Weihnachtssturm
Retrospektiv vergleicht das Froilein das Jahr 2016 gerne mit dem Glas Wasser auf dem Tisch, welches man versehentlich umstösst und sich dabei denkt: Verdammt schade. In genau sieben Tagen wird 2016 ad acta gelegt und "unter ferner liefen" irgendwo weit hinten in der Weltbibliothek unauffindbar verstaut werden. Aus den Augen, aus dem Sinn, so die Verdrängstrategie. Nein, es ist nicht... Continue Reading →
Trilogie im Park
Letztens verbrachte ich auf einer Bank sitzend an einem der wärmsten Spätsommerabende des Jahres eine Weile im Park. Ich wartete. Auf jemanden oder etwas zu warten, ist verpönt. Warten wird mit Faulheit, Nichtstun und Langeweile gleichgesetzt. Warten bedeutet «Zeit totschlagen». Und schliesslich ist Zeit auch Geld. Nicht umsonst sind wir so stolz auf unsere Punktgenauigkeit.... Continue Reading →
Durchwacht
Verfangen in den Ästen einer Birke kokettierst du mit der Dunkelheit wirfst lange Schatten in die Nacht vergeblich versuche ich dich zu befreien Doch sachte löst du dich Ganz selbst aus der Umarmung Auch diese Nacht, wie die zuvor und die, die folgt Entschwindest aus den Augenwinkeln Schleichst dich davon Kein Berg bleibt ungeküsst mein... Continue Reading →
Wiedergeburt
Ins Weinglas tropfend ein taubenblauer Himmel der Blick hindurch zeigt die Welt steht Kopf verwaschen die Konturen entrückt das Präsens dieser Tage ein Schmetterling sich niederlassend für einen Flügelschlagmoment mit jedem Schluck rinnt Demut mir ins Herz
Im Gespräch
Gehen zwei Freunde beiseite her sagt der eine zum andern das Leben ist schwer. Erklärt der andere dem einen während sie schlendern du sollst hier nicht weinen. Wie wahr, so viel gibt’s zu machen sagt der eine zum andern so wandern sie weiter und lachen.