Im Vertrauen

Manchmal frage ich mich, wann die Menschen unserer Gesellschaft damit aufgehört haben, anderen Menschen zu vertrauen, auf das Können einer anderen Person zu setzen, gegebenenfalls von diesem Können zu lernen, anstatt dieses ständig in Frage zu stellen? Wann wurde die Parole «Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser» zu unserem Lebenscredo? Wann haben wir uns dafür entschieden,... Continue Reading →

Wiedergeburt

Ins Weinglas tropfend ein taubenblauer Himmel der Blick hindurch zeigt die Welt steht Kopf verwaschen die Konturen entrückt das Präsens dieser Tage ein Schmetterling sich niederlassend für einen Flügelschlagmoment mit jedem Schluck rinnt Demut mir ins Herz

Wenn Fussball endlich Sinn macht

Ich gestehe, ich verstehe von Fussball so viel wie ein Frosch vom Fliegen oder wie «Puma» von der Trikotherstellung. Käme es zu einer Zerreissprobe, ich würde ebenso wie die Hightech-Textilfasern der viel zu engen Hemdchen der Schweizer Nati versagen. Bei einer Schwalbe denke ich an einen Vogel, der noch längst keinen Sommer macht. «Tschackaaa!» verbinde... Continue Reading →

Weshalb Melancholie keine Krankheit ist und man sich trotzdem damit anstecken sollte

«Melancholie ist die schöne Schwester der Trauer.» Ein Zitat, das mir gefällt. Nachklingt. Könnte ich dieses Zitat heiraten, ich würde es tun. Häufig wird meinen Texten nachgesagt, sie würden traurig stimmen, unglücklich machen. Jüngst am «café litteraire» beim Besprechen meines neusten Textes war sogar von der «Katja-Schwere» die Rede. Früher hätte mich solch eine Aussage betrübt. Mit... Continue Reading →

Nichts als die Wahrheit

Die wohl am häufigsten gestellte Frage Autorinnen und Autoren gegenüber: «ist der Text autobiographisch?» Die Antwort ist weder Ja noch Nein. Sie ist viel komplexer und Schreibende wollen diese Frage nicht gestellt bekommen. Nicht etwa, weil ihnen die Komplexität ein Gräuel ist, wohl eher, weil man einen Politiker ja auch nicht danach fragt, ob er stets die... Continue Reading →

Im Gespräch

Gehen zwei Freunde beiseite her sagt der eine zum andern das Leben ist schwer. Erklärt der andere dem einen während sie schlendern du sollst hier nicht weinen. Wie wahr, so viel gibt’s zu machen sagt der eine zum andern so wandern sie weiter und lachen.

Generation «wisch und weg»

Neulich in einer Gesprächsrunde Ein Schauspiel in einem Akt: Person A (entrüstet): «Ohh, m-e-i-n Gott!» Person B (empörter): «Unglaublich!» Person A: «Stell dir vor du hast ’ne Autopanne irgendwo im Nirgendwo und dann das? Du könntest n-i-e-m-a-n-d-e-n erreichen.» Ich (überzeugt): «Ach, kommt jetzt, das kann echt nicht euer Ernst sein, oder? Das Ding sichert keineswegs... Continue Reading →

Literarische Arbeit

Das Froilein arbeitet wieder mal an 3SatzGeschichten. Manchmal wird stundenlang an den Sätzen herumgespielt, gestrichen, umgestellt und wieder neu geschrieben und manchmal steht eine 3-Satz-Geschichte innerhalb weniger Minuten, weil ein Wort einfach das andere ergab. Einfach und schwierig zu gleichen Teilen: Die Zerstörung Weiss wie eine unberührte Leinwand kommt sie daher und erfüllt mich mit... Continue Reading →

Verletzter Ozean

Das Froilein ist die Tage ein bisschen melancholisch gestimmt. Dieser Zustand verleitet sie in der Regel zum Verfassen von lyrischen Texten. Wer sich das nicht antun will, sei beruhigt. Das Froilein produziert auch anderes. Ein Wort von Ein Gedanke an Ein Bild im Eine Erinnerung um Verdrängtes An der Oberfläche Aufgewühlt und ausgeliefert Hin- und... Continue Reading →

Das Versagertum und seine Auswirkungen

Versagen ist ein grosses, unwiderrufliches Wort. Und ein verdammt destruktives. Fakt ist: Urkunden und Diplome, schwarz gerahmt, geschützt hinter Glas und bereit für eine kleine Ewigkeit konserviert zu bleiben, krönen Erfolge und dekorieren erstaunlich viele Wände in Schweizer Haushalten, Praxen und Geschäften. In unseren Breitengraden wird leistungs- und erfolgsorientiert gelebt. Wer seine Zeit heutzutage nicht... Continue Reading →

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