Wäre mir die Wichtigkeit unserer Begegnung bewusst gewesen, ich hätte sie nicht lieblos an mir vorüber ziehen lassen. Jede noch so unwichtige Begebenheit hätte ich mir eingeprägt, in mich aufgesaugt. Die Bilder dieses Aufeinandertreffens wären hier und heute sicher in meinem Gedächtnis verwahrt. Wie in einer Schatzkiste. Den Schlüssel dazu besässe einzig und alleine ich. Vielleicht... Continue Reading →
Surreal aber schön
Ganz meinem Naturell entsprechend, schreib ich liebend gerne auch mal dadaistische Dinge und hab meinen Spass daran. Alleine schon deswegen, weil in der Regel auch die surrealsten Sätze irgendwann bei irgendwem einen Sinn ergeben (könnten, müssten, dürften). Beim Leser, beim Schreiber, bei Nachbars Zwetschgenbaum. Sollte es aller Anstrengung zum Trotz doch keiner verstanden haben, bleibt Ihnen der Trost,... Continue Reading →
Die Cervelat und ihre Konkurrenz
Endlich bekommt die Redewendung "es geht um die Wurst" einen neuen Sinn. Während der Eurovision Song Contest allerorts kontrovers diskutiert wird, schlängelt sich derweil eine Wurst an die Spitze von Europas Singasong-and-jump-on-the-stage-Gilde. Conchita, wie die Wurst mit Vornamen angesprochen werden will, tanzte sich mit wenig Oberweite, mädchenhaft geschwungenen Hüften und einem Damenbart, dem ein Epiliergerät nicht... Continue Reading →
zeitloser Kandinsky
Zu Beginn der Ausbildung an der SAL erhielten wir den Auftrag einen kurzen, dadaistisch angehauchten Text über das Bild von Kandinsky zu schreiben. Die Zeilen fielen mir heute in die Hände und brachten mich zum Nachdenken. Über die Situation in der Ukraine. Über Macht und Ohnmacht. Und darüber, dass Texte zeitlos sein können. Sei es das Russland von 1916... Continue Reading →
Ehrenwort
"Liebling, ich geb dir mein Ehrenwort!" Schmachtend, beinahe verzehrend schaute er sie an. Dieser verdammte Hundeblick ging ihr auf die Nerven. Nicht noch einmal würde sie darauf reinfallen. Zur Genüge hatte er sie belogen und betrogen, kam immer wieder angekrochen, fiel in ihre Arme, bettelte um Vergebung und weinte künstliche Tränen. Sie brauchte das nicht mehr. Sie... Continue Reading →
Nur ein alter Zopf
Er irritiert mich. Ein Zopf. Nicht etwa jener aus der Urdinkelwerbung, der in den Bahnhofshallen die Plakatwände ziert oder jener in der Ablage beim Beck Röthlin, der mir das Wasser im Mund zusammen treibt. Die Rede ist vom Haargeflecht, das akkurat in der stets gleich daherkommenden Form Julia Timoschenkos Kopf umrahmt, als wäre er ein... Continue Reading →
Transformation
Ich gehe im Windschatten Von Menschen und Figuren Halte inne, höre zu Und blicke ihnen nach. Ich nehme wahr Und lasse zu was über mich fällt. In irgend einer Form Wird alles klar Formen und Farben Werden zu Sprache.
Das Froilein geht dem Netz ins Netz
Geschätzte Leserschaft, Der reisserische Titel hat weder etwas mit Fischfang noch mit gehäkelten Textilen gemeinsam. Das Froilein ist im übertragenen Sinne in die Fänge des grossen, bösen Netzes geraten und wehrt sich nicht dagegen. Die Zeit der Auflehnung ist der Zeit der Kooperation und Nützlichkeit gewichen. Wo vor zehn Jahren noch über das Internet geflucht... Continue Reading →
Expressionismus
Der Expressionismus, nicht zu verwechseln mit dem italienischen Heissgetränk, ist eine eigene Ausdruckskunst der Literatur, die sich vorwiegend mit dem Thema Apokalypse auseinandersetzt. Die Texte sind reduziert auf Substantive und Verben im Infinitiv. Neologismen und Wortverbindungen sind mehr als erwünscht. Adverbien und Adjektive haben in expressionistischen Texten nichts verloren. In der Regel werden auch Satzzeichen... Continue Reading →
Wunschregen
Hunderttausend Stecknadelkopfgrosse Wünsche Von mir hinaufkatapultiert in deinen Himmel. Sollen explodieren. Hunderttausend Stecknadelkopfgrosse Sterne Von mir herbeigesehnt Sollen fallen in deinen Garten. Leuchten Dir den Weg.