Sie spaltet mich. Die Angelegenheit spaltet mich in gefühlte 27'000 Stücke. Stücke, die sich miteinander und gegeneinander verschwören, weil sie sich nicht einig sind. Am Frauenstreiktag 2019 betrachte ich ein Individuum im Spiegel und sehe eine (zwie-)gespaltene Persönlichkeit. Mich. Eine Frau des 21. Jahrhunderts, die versucht Worte wie «Gleichstellung» oder «Gender-Gap» rational zu betrachten und... Continue Reading →
Der Stein der Erkenntnis
Drei Sätze. Ein Moment. Eine Geschichte. […Lene warf unentwegt Steine ins Wasser und starrte auf die Oberfläche. Erst bei längerem Hinsehen erkannte sie, dass selbst dann, wenn der Stein aus ihrem Blickfeld verschwunden war, er schon längst auf den Grund des Sees gesunken sein musste, sich seinetwegen auf der Wasseroberfläche immer noch Kreise abzeichneten und... Continue Reading →
Schritt für Schritt
Heute vor genau 43 Tagen und sechs Stunden hat das Froilein wieder einmal mehr bewiesen, dass geradeaus gehen wirklich schwierig ist, wenn man über zwei linke Füsse verfügt. Der Sturz über das Treppchen – das nicht mal für ein sechzehn Monate altes Kleinkind eine Blockade gewesen wäre, dem Froilein jedoch wie ein unüberbrückbares Hindernis erschien... Continue Reading →
Die Annäherung und ihre Folgen
Von zwei Dingen hab ich mich in meinem Text-Schaffen bis dato ganz bewusst ferngehalten. Ich schreibe nicht ab und ich verfasse keine Dialekttexte. Ersteres, weil Plagiat einfach voll nicht okay ist und Zweiteres, dafür muss ich ausholen. Befinde ich mich in einer Runde mit Leuten, die ich nicht gut oder noch gar nicht kenne, halte ich... Continue Reading →
Der kleine Blick aufs Glück
Neulich in der Mensa: Letztens sass ich leicht betrübt beim Mittagessen. Zu voll, zu laut, zu hektisch, zu alles störte meine Sinne. Just im Moment, als ich mir überlegte, ob ich die Mahlzeit als geniessbar durchgehen lassen oder ihr doch lieber die Note «ungenügend» aufbürden sollte, schob sich vom rechten Tellerrand ein Schneckenhaus in mein... Continue Reading →
Der Überrest
Ich kremple nach aussen mein Innerstes es zaghaft wieder überstülpend wie ein neu erworbenes Kleid zieh zurecht was zurecht zu ziehen gilt stets versucht es sorgsam zu behandeln. Der Alltag tut sein übriges nutzt ab nutzt aus bis irgendwann nicht aufzuhalten das Ende naht entbehrlich bleibt allein der letzte Fetzen Seele.
Typologie der Begegnungen
Leben besteht aus Begegnung. So ganz ohne geht es nicht. Selbst der einsame Jäger, der in der Abgeschiedenheit der Wildnis seine Ruhe und den sprichwörtlichen Frieden zu finden versucht, ist vor Begegnung nicht gefeit. Auch wenn sich ihm nur sein eigenes Spiegelbild dazu anbietet. Da trifft man also auf Dinge wie die Natur, die darin vorkommenden Tiere... Continue Reading →
Der grammatikalische Überfall
Während eines Winterspaziergangs wurde Herr Zweifel von seiner Altbekannten, der Waswärewenn, verfolgt, überwältigt und zu Boden gerissen, wo er schlussendlich bewusstlos liegen blieb. Ein heftiger Schlag ins Gesicht und die Worte des Präsens «wach endlich auf, du verfluchter Narr!» liessen ihn zu sich kommen. Am Horizont tauchte die aufgehende Sonne die Zukunft in orangfarbenes Licht.... Continue Reading →
In den Kleidern meines Bruders
Neulich im Kinderbekleidungsgeschäft Den Kindergrössen ist das Froilein längst entwachsen. Auch wenn in emotionaler Hinsicht immer noch Entwicklungsbedarf bestehen mag, darf es mit Stolz verkünden: Das Froilein trägt Erwachsenenklamotten. Folglich und weil es keine eigenen Kinder hat, ist es äusserst selten in Kinderbekleidungsgeschäften anzutreffen. Dennoch kam das Froilein erst kürzlich nicht drum herum. Ein neuer... Continue Reading →
Die Leichtigkeit im Sein
Gestern sah ich dich auf der Wiese vor meinem Haus sitzen. Keine zwei Meter von mir entfernt. Erhaben über alles, zwischen sturmgeknickten Ähren schimmerte dein Federkleid im Licht der untergehenden Herbstsonne. Es schien beinahe, als hättest du dir ein goldenes Gewand übergeworfen, um mich in diesem Moment von deiner leuchtenden Stille zu überzeugen. Und während... Continue Reading →