Seit zwei Wochen herrscht Ausnahmezustand an meinem Arbeitsort. Die Lage ist angespannt. Überall wird aufgerüstet. So als wäre Krieg. Verwirrt oder verstört beobachte ich die Situation ennet der Grenze. Dort wo Touristen in den Sommermonaten an den Stränden flanieren und Gelati in sich reinschaufeln, ist von «dolce far niente» momentan keine Rede. Zumindest nicht für... Continue Reading →
Tag der Frau, Frauenstreik 2019
Sie spaltet mich. Die Angelegenheit spaltet mich in gefühlte 27'000 Stücke. Stücke, die sich miteinander und gegeneinander verschwören, weil sie sich nicht einig sind. Am Frauenstreiktag 2019 betrachte ich ein Individuum im Spiegel und sehe eine (zwie-)gespaltene Persönlichkeit. Mich. Eine Frau des 21. Jahrhunderts, die versucht Worte wie «Gleichstellung» oder «Gender-Gap» rational zu betrachten und... Continue Reading →
Typologie der Begegnungen
Leben besteht aus Begegnung. So ganz ohne geht es nicht. Selbst der einsame Jäger, der in der Abgeschiedenheit der Wildnis seine Ruhe und den sprichwörtlichen Frieden zu finden versucht, ist vor Begegnung nicht gefeit. Auch wenn sich ihm nur sein eigenes Spiegelbild dazu anbietet. Da trifft man also auf Dinge wie die Natur, die darin vorkommenden Tiere... Continue Reading →
Trilogie im Park
Letztens verbrachte ich auf einer Bank sitzend an einem der wärmsten Spätsommerabende des Jahres eine Weile im Park. Ich wartete. Auf jemanden oder etwas zu warten, ist verpönt. Warten wird mit Faulheit, Nichtstun und Langeweile gleichgesetzt. Warten bedeutet «Zeit totschlagen». Und schliesslich ist Zeit auch Geld. Nicht umsonst sind wir so stolz auf unsere Punktgenauigkeit.... Continue Reading →
Ein Appell oder wie sag ich’s mit einfachen Worten
Obwohl mir politisieren nicht liegt, will ich heute Partei ergreifen. Mag mir die Fähigkeit zu polemischem «Geschnorre» auch völlig abgehen und ich inzwischen viel zu oft auf Göschenen-Airolo stelle (unterdessen Erstfeld-Biasca), wenn sich Politgrössen auf Bühnen profilieren, die einfache Arbeiter für sie errichtet haben, mag es mir an schlagkräftigen Argumenten fehlen, die meine Ansicht ins... Continue Reading →
Im Vertrauen
Manchmal frage ich mich, wann die Menschen unserer Gesellschaft damit aufgehört haben, anderen Menschen zu vertrauen, auf das Können einer anderen Person zu setzen, gegebenenfalls von diesem Können zu lernen, anstatt dieses ständig in Frage zu stellen? Wann wurde die Parole «Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser» zu unserem Lebenscredo? Wann haben wir uns dafür entschieden,... Continue Reading →
Wenn Fussball endlich Sinn macht
Ich gestehe, ich verstehe von Fussball so viel wie ein Frosch vom Fliegen oder wie «Puma» von der Trikotherstellung. Käme es zu einer Zerreissprobe, ich würde ebenso wie die Hightech-Textilfasern der viel zu engen Hemdchen der Schweizer Nati versagen. Bei einer Schwalbe denke ich an einen Vogel, der noch längst keinen Sommer macht. «Tschackaaa!» verbinde... Continue Reading →
Weshalb Melancholie keine Krankheit ist und man sich trotzdem damit anstecken sollte
«Melancholie ist die schöne Schwester der Trauer.» Ein Zitat, das mir gefällt. Nachklingt. Könnte ich dieses Zitat heiraten, ich würde es tun. Häufig wird meinen Texten nachgesagt, sie würden traurig stimmen, unglücklich machen. Jüngst am «café litteraire» beim Besprechen meines neusten Textes war sogar von der «Katja-Schwere» die Rede. Früher hätte mich solch eine Aussage betrübt. Mit... Continue Reading →
Nichts als die Wahrheit
Die wohl am häufigsten gestellte Frage Autorinnen und Autoren gegenüber: «ist der Text autobiographisch?» Die Antwort ist weder Ja noch Nein. Sie ist viel komplexer und Schreibende wollen diese Frage nicht gestellt bekommen. Nicht etwa, weil ihnen die Komplexität ein Gräuel ist, wohl eher, weil man einen Politiker ja auch nicht danach fragt, ob er stets die... Continue Reading →
Das Versagertum und seine Auswirkungen
Versagen ist ein grosses, unwiderrufliches Wort. Und ein verdammt destruktives. Fakt ist: Urkunden und Diplome, schwarz gerahmt, geschützt hinter Glas und bereit für eine kleine Ewigkeit konserviert zu bleiben, krönen Erfolge und dekorieren erstaunlich viele Wände in Schweizer Haushalten, Praxen und Geschäften. In unseren Breitengraden wird leistungs- und erfolgsorientiert gelebt. Wer seine Zeit heutzutage nicht... Continue Reading →